Erfahrung

Die ich gern an meine Kunden weitergebe

An alle RADsucher: Ich bin der RADgeber

Sebastian Risse
Fahrradenthusiast, Schrauber, Ergonomie-Könner

Zu Beginn steht der Anfang

Soweit ich mich erinnern kann, bekam ich mit 5 Jahren mein erstes Fahrrad. Also muss es 1987 gewesen sein. Es war quietschgrün – die Schutzbleche auch. Es sah so aus wie die anderen Fahrräder zu DDR-Zeiten, nur etwas kleiner. Ich war ja damals schon grüßer als Jungs mit 5 Jahren sonst so waren. Stützräder rechts und links – um nicht umzufallen – hatten mir meine Eltern untersagt. Hinfallen und wieder aufstehen war angesagt. Das hab ich dann auch ab und an gemacht.

Das kleine Grüne wurde zu klein und ein großes schwarzes Trekkingrad kam. Das hielt allerdings nicht ganz so lange wie erhofft. Ich baute einen Unfall – das Hinterrad bekam eine neue geometrische Form und ich eine Brille. Somit war auch diese Geschichte erzählt.

Ein Schritt nach dem anderen

Inzwischen war ich 14 geworden und dieses MTB eroberte Europa. Mich auch. Meine Mutter bestellte mir eines im Katalog. [Anmerkung der Redaktion: heute heißt das Amazon, früher war das aus Papier, 600 Seiten dick, und hieß OTTO oder Quelle.] Es war lila und hatte eine gelbe Federgabel. Wie geil. Endlich wieder heizen.

Noch heute erinnere mich, dass ich in der Schule gefragt wurde, weshalb ich mir ein Fahrrad gewünscht habe – mit 16 kann man doch Mopedführerschein machen. Die Frage kann ich bis heute nicht nachvollziehen.

Die Federung funktionierte passabel, die Shimano Deore LX-Schaltung jedoch super. Wer auch in der Zeit groß geworden ist, wird das nachvollziehen können. Das Ding kostete 1.299 D-Mark. Ganz schön viel Schotter für damalige Verhältnisse. Es kam der Tag an dem ich beim Bremsen an der Ampel über den Lenker abstieg. Und weil ich nicht wusste woran es lang, wiederholte ich das ganz wenige Minuten später nochmal. Die Gabel hatte ‘nen Ermüdungsbruch – und mir … ging es ganz gut.

Was machen? Es sollte auf jeden Fall wieder eine Federgabel rein. Von einem Freund kaufte ich eine Manitou-Gabel ab, die da wunderbar rein passte. Gesagt, getan.

Das Tuningfieber steckt mich an

Und nun? Inzwischen jagten mir nur noch Fahrräder durch den Kopf. Rocky Mountain hier, Cannondale da. Der BIKE Workshop wurde zur Pflichtlektüre.

Tunen oder neu kaufen? Ich wollte unbedingt eine HS33 am Fahrrad haben – und am liebsten in der FIRMtech-Variante vorn und hinten. Irgendwann hatte ich lange genug überlegt und mir einen feuerroten Rahmen mit den speziellen Bremsaufnahmen bei Mi:Tech im Sauerland schweißen lassen.

Parallel wuchs mein Teileportfolio immer weiter an. ebay machte es möglich. So zierten mein Fahrrad Naben von DT Swiss, Lenker von Syntace, eine Kurbel von Bikedrive,  die erste Generation mit Sram X.O-Schaltung mit 3×9 Gängen und Drehgriffen und diverse Sättel von Selle Italia, unter anderem die Sonderedition des Flite für die DH-Legende Missy Giove.

Kundenstories

„Am Anfang stand der Schmerz. Als leidenschaftlicher Rennradfahrer musste eine Lösung her. Die immer wieder auftretenden Schmerzen und Störfaktoren während und nach den Ausfahrten wurden allmählich lästig. Deshalb begab ich mich auf die Suche nach einer besseren, optimierteren, ergonomischeren Sitzposition auf dem Rennrad. Durch eine Internetrecherche bin ich dann auf Sebastian Risse und seine Firma RADgeber by RS Individual gestoßen.

Nach einem kurzen und unkomplizierten Telefonat ging es auch schon los! Der erste Bikefitting-Termin stand an.

Sehr freundlich wurde ich von Sebastian empfangen und direkt legte er los mich von A-Z zu vermessen. Nach einer doch sehr ausgiebigen und langanhaltenden (4h! – Das nenne ich mal eine Kundenbetreuung – Top!) Untersuchung von mir und meinem Rad, hatten wir so gut wie alles umgebaut, was das Rad so hergab.

Mittlerweile drei Monate und etwa 3.000 km später bin ich immer noch beschwerdefrei und kann das Bikefitting einfach nur empfehlen! Mehrere Wehwehchen hatten sich so über die Jahre angesammelt. Und wie viele andere auch, dachte ich recht laienhaft: Sport darf auch mal wehtun und negative Punkte mit sich bringen. Rückblickend hätte das nicht sein müssen! Sebastian hat es geschafft, dass das ständige Einschlafen der Hand und bestimmter Regionen rund um die Hüfte (auch an unangenehmen Stellen 😉 ), Beschwerden am Knie und auch verkrampfte Schulterbereiche nach der Ausfahrt, der Vergangenheit angehören!

Meine Erwartungshaltung war nicht allzu groß, lediglich die Kniebeschwerden sollten verschwinden. Dies hat er bei Weitem übertroffen und nun macht das Rennrad fahren noch mehr Spaß!“

„Mein Chef sprach mich an, weil er wusste, dass ich jeden Tag 15 km auf Arbeit und auch wieder zurück fahre – natürlich mit dem Fahrrad. Nur seit kurzem machten meine Hangelenke nicht mehr so mit.

Also los. Außerdem saß bei meinem Rad das ein oder andere Teile nicht mehr ganz richtig.

Das fing ja schon bei Fuß und Pedal an. Zum Glück hatte Sebastian passende Plattformpedale für mich da. Und ging weiter über den Sattel, der einfach nur bis ganz nach vorn geschoben werden musste, damit mir beim Radeln nicht der Hintern brennt. Im Cockpit wurde es dann tricky: Ich bekam einen stärker gewinkelten Lenker, damit meine Hände sich nicht mehr verkrampfen. Soweit so gut. Nur, dann wanderte mein Lenker auch noch näher an mich ran und um etwa 5 cm runter. Krass. Ich sitze jetzt gefühlt sportlicher, weil ich noch einfacher beschleunigen kann, und dennoch viel komfortabler als bisher. Geil.

Und weil das noch nicht reichte, stellte Sebastian beim festdrehen fest, dass das Steuerlager nicht frei lief. Also nahm er noch das Lager raus, kontrollierte, reinigte und fettete es neu. Jetzt läuft wieder alles rund.

Als nächstes steht dann noch eine Erneuerung des Antriebsstranges an. Sebastian hat mir dazu schon eine Empfehlung gegeben. Machen wir Ende des Jahres.“

Das Puzzle setzt sich zusammen

Richtig warm wurde ich mit meinem Bergamont nie. Und das hatte vielleicht schon mit meinen Bauchgefühl beim Kauf zu tun. Der Bauch sagte nein und der Kopf zog durch. So wie man von einem Montagsauto spricht, kam auch die Mängelliste dieses Rades daher. Bis auf Kurbelarme und den Rahmen wechselte ich alle Teile aus.
Diese Erfahrung war dann auch der Auslöser, nicht nur das Fahrradgeschäft zu wechseln sondern gleich ‘dicke Bretter zu bohren’ und einen eigenen Fahrradladen zu eröffnen.

2014

Anmeldung des Fahrradgeschäftes als Nebengewerbe

Mein erster Zulieferer werden die Ergonomie-Experten von SQ Lab in Taufkirchen.

Januar 2016

Weiterbildung zum Bikefitter bei Holger Röthig in Essen

Dieses Seminar war für mich ein absolutes Schlüsselerlebnis und maßgeblich für die weitere Ausrichtung meines Geschäftes. Mein Kunde als zentrales Element, um welchen das Fahrrad errichtet oder umgebaut wird. Deshalb auch der bewusste Verzicht auf den Einsatz eines Datenbank-Bikefitting-Systems, wo man wieder nur in einen Algorithmus gepresst wird.

2017

Freelancer bei Möve Bikes in Mühlhausen als Vertriebler im Außendienst und Entwickler der Geomtrie des Möve Franklin und Möve Henry

Januar 2018

Eröffnung meines eigenen Ladens in Erfurt

Mai 2018

Beginn der Partnerschaft mit der Premiummarke PATRIA aus Leopoldshöhe bei Bielefeld

Zuvor habe ich mir die Herstellung der Rahmen und Fahrräder Vor Ort angeschaut, um die Passgenauigkeit mit meinem Geschäftskonzept eroieren zu können.

Juni 2018

Ich entschließe mich meinen zweiten Maßrahmen mit persönlicher Geometrie in Auftrag zu geben. Es wird ein schlicht gehaltener MTB-Hardtail-Rahmen aus Titan. Bis zuletzt hadere ich, ob die Geometrie passt oder ich Messfehlern aufsitze. Zu dem Zeitpunkt ist mir nur Pole Bicycles aus Finnland bekannt die ähnlich progressive Geometrien umsetzen.

Alle kommenden Maßrahmen tragen die Handschrift meiner BikeFitting Inspired-Geometry (kurz: BFI-Geometrie). Diese setze ich mit PATRIA oder anderen Rahmenbauern in Stahl oder Titan um.

Juli 2018

Mit Douze Cycles aus Frankreich starte ich mein Lastenradprogramm. Kurz darauf nehme ich auch die dänischen Lastenraddesigner von Butchers & Bicycles ins Portfolio mit auf.

August 2018

Mit der Druckmesstechnik von GebioMized aus Münster mache ich den nächsten Schritt - die Sattelwahl ist nicht zufällig gut, sondern das Ergebnis eines strukturierten und nachvollziehbaren Prozesses.

September 2018

Ich liefere das erste PATRIA mit Maßrahmen aus.

Oktober 2018

Erweiterung des Angebotsspektrums um Tretroller: nacheinander werden die Marken Kostka, Crussis, Kickbike, Yedoo und Swifty ins Programm mit aufgenommen.

August 2019

Meine Eltern bekommen neue Fahrräder, auf Maß und von PATRIA.

November 2019

Mein für mich selbst entworfener Maßrahmen darf nicht mehr nur im Regal stehen. Ich baue ihn endlich zum kompletten MTB auf und ersetzt mein Bergamont Revox. Ich bin überwältigt von der Geometriewahl - alles richtig gemacht!

April 2020

Ich entschließe mich, mein Portfolio um die Fahrradmarke Müsing Bikes aus dem Westerwald zu erweitern. Ab sofort kann ich auch (E-)MTBs und noch leichtere Tiefeinsteiger mit oder ohne Motor anbieten. Durch die freie Konfiguration kann ich individuelle Schwerpunkte je nach Kundennutzen setzen.

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